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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Allgemein Umbau auf E-Lüfter (Kühler) sinnvoll & Ventile einstellen



binkino
29.06.2010, 22:04
War ja jetzt über's WE im hohen Norden.

'Schorschi' hats mit Bravur gemeistert wie es sein soll :top1:


Was mir aber wieder auffiel, dass die Temperaturanzeige auf der Heimfahrt immer wieder mal bis so 2mm vor dem roten Bereich hoch ging
Bin auch die Strecke hin wie zurück mit wechselnder Geschwindigkeit gefahren, also mal "80" in der Baustelle, auf freier Bahn mal 130, 150, ... auch mal die Pferde frei gelassen über ne kurze Strecke, aber ohne ihn dabei zu quälen - muss ja nicht sein.
Dabei geht dann die Temp auch recht weit hoch, so ist es auch wenn ich die 40km zur Arbeit fahre und ihn mal ne Strecke jagen lasse. Dann fahr ich halt noch einmal ums Dorf dass er sich wieder aklimatisiert und dann abstellen. Sonst fängt es an zu 'blubbern' ... nicht das gesündeste :P

Achso - im Stand wird er bei dem wetter auch so heiß. Habe auch schon mal versucht den Visko anzuhalten, um zu testen ob die Visko noch greift, scheint ok - den Handschuh kann man danach in die Tonne treten :D


Kam mir nun die Idee nen E-Lüfter anstelle des Viskos einzubauen. Hatte mal einen zusätzlich vor dem Kühler, um die Kühlung bei heißem Wetter zu unterstützen, hat aber nicht viel gebracht.

Wie ist Eure Meinung aus Erfahrung zum Umbau auf E-Lüfter, und welchen nimmt man?

Ist ein 2.3 YYT (bgl mit YYN 114PS)
Kühler und WaPu sind letztes Jahr neu reingekommen.
Wasser ist zwar ganz leicht braun, aber keine "Bröckchen" oder so drin.


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Dann, ich hatte die Ventile ja erst eingestellt.
Mir fiel wie ich vor Jahren schon paar mal so eine lange Strecke fuhr auf, dass die Ventile sich nach so einer Strecke, auch wenn man nur ~130 fährt, enger verstellen und ein Nachstellen notwendig ist.

Ich kippe zwar diesen "Bleiersatz" mit in den Sprit rein, über Sinn und Unsinn wurde ja schon viel diskutiert, was hier nicht fortgesetzt werden soll.
Getankt wird zu 99% Shell, Aral, Jet, Esso - und nur notfalls auch mal bei der OMV "Resterampe" das Minimum.

Ne Idee wieso die sich das Ventilspiel nach so einer Strecke verengt?
Nockenwelle? :gruebel:

COS86
30.06.2010, 00:49
Hatte beim Escort MK2 2.0liter das gleiche Problem und mir einen Kühler mit Tropennetz bauen lassen. Kühleraufbau ist nahezu gleich zu Capri.E Lüfter eingebaut und den normalen Propeller hab ich ausgebaut und nie wieder Temp Probleme gehabt obwohl ich den E Lüfter fast nie gebraucht habe.

OHCTUNER
30.06.2010, 05:23
Wegen Ventilspiel . dir brennen die Ventilsitze im Kopf weg , das verengen sollte also vorrangig bei den Auslässen passieren , läßt sich nicht mehr stoppen wenn es mal angefangen hat , da helfen nur bleifreie Sitzringe !

flopsen
30.06.2010, 12:23
wenn ich dein infos richtig deute ist deine kopfdichtung durchgebrannt und die nockenwelle grad am einlaufen... ausserdem zuwenig wasser im kühler...
summe: komplettrevision des motors

binkino
30.06.2010, 13:32
wenn ich dein infos richtig deute ist deine kopfdichtung durchgebrannt und die nockenwelle grad am einlaufen... ausserdem zuwenig wasser im kühler...
summe: komplettrevision des motors

Meinste? Müsste er dann nicht Wasser und/oder Öl "verbrennen" oder Abgase(...) in den Kühlkreislauf pumpen (blubbern im Behälter)
Auch ist das Öl schön 'sauber' keine graue Pampe und umgekehrt kein Ölfilm im Kühlwasser

binkino
30.06.2010, 13:34
Wegen Ventilspiel . dir brennen die Ventilsitze im Kopf weg , das verengen sollte also vorrangig bei den Auslässen passieren , läßt sich nicht mehr stoppen wenn es mal angefangen hat , da helfen nur bleifreie Sitzringe !

Meine stille Befürchtung :(

Als zum nächsten Winter runter mit den brocken und "härten" lassen ... oh jeh wat dat wieder kosten wird... :P

OHCTUNER
30.06.2010, 14:41
Mein 83er 2,3er 114 ps war stabil , der hatte bis zum Schluß keine Probleme mit wegbrennenden Sitzen , es gab da wohl Qualitätsunterschiede in den Gußchargen !
Beim 2,8er war das eigentlich immer wenn der Motor gut eingestellt und sportlich bewegt wurde !
Auslässe gehärtete Sitzringe reinmachen lassen und Ruhe ist , Einlässe sind stabil !
Alte Ventile können weiter benutzt werden !
Das einlaufen der Nocke kann man mit 5W50 oder 10W60 verhindern , damit läuft nix mehr ein , aber alle 10tkm Ölwechsel machen !

binkino
30.06.2010, 17:55
Mein 83er 2,3er 114 ps war stabil , der hatte bis zum Schluß keine Probleme mit wegbrennenden Sitzen , es gab da wohl Qualitätsunterschiede in den Gußchargen !

Soll da ja tlw auch schon bleifrei-Köpfe verbaut worden sein.
Ich hatte ja die stille Hoffnung dass der YYT ausm Sierra welche hat, aber dem war nicht so :(
(Der alte Motor war vom langen stehen hinüber. 2004 gekauft, stand da schon viele Jahre (müsst ma schauen wie lange) und trotz äußerst schonender Behandlung stellte die Kopfdichtung dann den Dienst ein, dabei sahen wir dass die Zylinder böse Riefen hatten, obwohl wir ihn vor der Wiederbelebung erst mal von Hand durchdrehten und Öl reingesprüht hatten, welches Öl wir nahmen weiß ich nicht mehr müsst meinen Werkstättler fragen, das Öl mit Filter mehrmals wechselten, ging auch die ersten Umdrehungen sehr schwer zu drehen... schade aber naja hat ein eig. gutes Herz jetzt drin.)




Beim 2,8er war das eigentlich immer wenn der Motor gut eingestellt und sportlich bewegt wurde !
Auslässe gehärtete Sitzringe reinmachen lassen und Ruhe ist , Einlässe sind stabil !
Alte Ventile können weiter benutzt werden !
Das einlaufen der Nocke kann man mit 5W50 oder 10W60 verhindern , damit läuft nix mehr ein , aber alle 10tkm Ölwechsel machen !

2.8er ... ich trauere meinem ja hinterher *heul* hätt ich den blos nicht damals aus Zorn verkauft ... das war ein Biest :D


Ölwechsel ist jetzt auch fällig, werd ich ihm auf die Finger gucken was er reinkippen will.

Wenn die Ventile neu eingestellt sind, ist der Gute fast nicht mehr zu bremsen. Übertreibe jetzt nicht wirklich, aber da kann man, wenn man es drauf anlegt, echt an ner Stoßstange eines 'stärkeren' kleben.


Ich notiere beim neu einstellen dann auch mal die jetzigen Spaltmaße nach Fühlerlehre gemessen.
Glaube dass beim letzten Einstellen nur die Auslässe auffallend 'eng' waren, *grübel* manche standen glaub auf 30...35?

Meinste ich sollte dem Auslass vorübergehend mehr Spiel geben als angegeben? Dann wäre zwar weniger Leistung angesagt aber die Ventile wären länger zu und hätte noch etwas Reserve im Spiel, nicht dass die wirklich mal Brandblasen bekommen...
Wenn ichs jetzt richtig im Kopf habe, 35 Einlass und 40 Auslass ist Vorgabe

Granaadje
30.06.2010, 19:35
Wegen Ventilspiel . dir brennen die Ventilsitze im Kopf weg , das verengen sollte also vorrangig bei den Auslässen passieren , läßt sich nicht mehr stoppen wenn es mal angefangen hat , da helfen nur bleifreie Sitzringe !

Mal anhaken, das verengen der Auslässen, nach 10tkm ventilspiel gecheckt, nur die Auslässen brauchten ein wenig abstellung(0.05mm), das ist normal? Kopf ist ausgestattet mit härtere Sitzringe(laut eingeslagene Buchstabe im Kopf(P)) Machine läuft kühl.

OHCTUNER
30.06.2010, 21:07
Bei 0,05mm auf 10tkm ist kein Problem vorhanden !

Ford hat erst in 1985 auf Bleifrei umgestellt !
Auslass 0,30- 0,35 ist ja noch harmlos , ich hab die Biester an einem Tag teilweise auf 0,00 - 0,10 runter gebraten , dies konnte ich nur verlangsamen durch Motor deutlich unter 4000 drehen lassen , Normal Benzin tanken und die Zündung etwas zurück nehmen , dann konnte ich grob 3 Tage ohne Einstellen rumfahren , war aber unwichtig , da Tauschköpfe schon zum bleifrei machen in Arbeit waren , das löste viele Probleme !
Von größerem Ventilspiel rate ich ab , das belastet nur unnötig den Ventiltrieb und bringt keinen Vorteil , ist der Sitz erst mal beschädigt , gibt es keinen dauerhaften Trick dagegen !

binkino
30.06.2010, 22:18
Normal Benzin? Mh... weniger Oktan ... naja mach bisschen weniger Hitze... ehm Abgastemperatur.

Unter 4000upm, nja meist bin ich um die 3500 bis 4000 auf der BAB unterwegs

Ventilspiel, ja hast auch wieder Recht. Je mehr Spiel um so härter ist der Aufschlag und die Belastung (drück ichs mal Laienhaft aus hihihi)


Wenn einer BF Köpfe anbietet, woran erkenne ich die dass die auch BF sind bzw entsprechend überarbeitet sind? Falls mir welche in die Finger kämen :)
Vlt hat hier wer welche über für nen armen Kinofritzen :D :)

flopsen
01.07.2010, 06:55
also beim taunus v6 sind die bleifreien köpfe drin seit 1979 , steht drin im orig prospekt - beim 4 zyl weiss ich nicht wanns kam...

OHCTUNER
01.07.2010, 07:09
Auslassventil ausbauen und Sitzring innen mit nem Fächerschleifer polieren !
Ich glaub sowas nur wenn ich es selber gesehen hab , erzählen kann man viel und lass dir dann keine vom 108 ps andrehen !

Oder ,
ich hatte mich , bevor ich mich für die Sitzringe entschieden hab , mit einer Firma die Schweißelektroden vertreibt unterhalten und kaufte mir Gußelektroden die eine spezielle Legierung hatten wo härter war als der Guß vom Kopf !
Quasi , Sitze sauber ausarbeiten und dann einen Ring draufschweißen und wieder sauber zum Sitz arbeiten !
Hab ich nie durchgezogen , da die Köpfe ja noch bearbeitet wurden und ich auf nummer sicher gehen wollte , Auslässe bleifrei machen kam bei mir 600 € , das mit dem schweißen und nacharbeiten vielleicht 150 € !
Wäre vielleicht eine Alternative um die Haltbarkeit zu testen , muß aber gut umgesetzt werden !

OHCTUNER
01.07.2010, 07:26
also beim taunus v6 sind die bleifreien köpfe drin seit 1979 , steht drin im orig prospekt - beim 4 zyl weiss ich nicht wanns kam...


Das höre ich zum 1. mal , gesehen hab ich noch keine , war weder beim Capri noch beim Granada der Fall , warum also beim Taunus ?
Wie gesagt , in 85 war die Umstellung auf bleifrei für alle Gußköpfe , beim Scorpio seit Baubeginn 85 und bei den letzten Modellen Sierra MK1 !
Stell den Text vom Prospekt mal hier ein , da sollten dann auch die Gußkennzeichen im Kopf dabei stehen !
Taunus 80 hatte beim 2,3 114 ps YY !

binkino
01.07.2010, 10:38
gegooogelt... http://www.scorpio-line.de hatte mal ne Seite:
"1972 - 1977 Ford Consul / Granada und Granada ´75
1977 - 1985 Ford Granada ´78 und ´82
Technik-Tipps: Ventilsitzverschleiß und Bleiersatz"
leider nur im Cache verfügbar :( Das Bild aus der Waybackmachine gepult (dauerte ewig bis das da geladen war)

Hoffe ist ok den Inhalt hier zu quoten? Wenn nicht lösch ichs gleich wieder! ;)



Ventilsitzverschleiß durch bleifreie Kraftstoff tritt grundsätzlich nur bei Motoren mit Zylinderköpfen aus Grauguss und bei solchen mit Leichtmetallzylinderköpfen, in welche Sitzringe aus Grauguss eingeschrumpft sind, auf. Abhilfe kann nur das nachträgliche Einschrumpfen von gehärteten Ventilsitzringen schaffen.

Eine Ausnahme bildet hier der auf dem amerikanischen „Federal V6“ basierende 2,8-l-HC-V6-Einspritzmotor im Granada ’75: Aufgrund der bereits in den 70er Jahren in den USA für Neufahrzeuge obligatorischen Katalysatoren, deren Verwendung bleifreien Kraftstoff voraussetzt, waren bei seinen Zylinderköpfen die Ventilsitze induktiv gehärtet. Mit Einführung des Granada ’78 im August 1977 wurden jedoch auf diesem Motor die üblichen „kölner“ Zylinderköpfe verbaut, die durch eine bessere Gasführung und größere Ventile ein Leistungsplus von 10 PS ergaben. Die Ventilsitze dieser neuen Zylinderköpfe waren nicht mehr induktiv gehärtet.

Erst mit Einführung des Scorpio im Mai 1985 war der 2,8i durch die in der Produktion eingeschrumpften gehärteten Sitzringe wieder bleifreitauglich.

Viele denken ja, dass die "harten" Ventile die "weichen" Sitze in den Köpfen "zusammenklopfen" (was zu einem gewissen Teil sogar stimmt - allerdings nur im Zusammenhang mit einem anderen Phänomen ...), und dass das Blei als weiches Polster dies verhindert (was so überhaupt nicht stimmt).

Eine weitere häufig zu hörende Stammtischthese behauptet, dass Motoren mit hoher Laufleistung kein Problem hätten, weil hier das weiche Material der Sitze durch millionenfaches "Zuschlagen" der Ventile bereits so weit komprimiert worden sei, dass es nun hart genug wäre ... ein netter Versuch aber leider auch nur frommes Wunschdenken.

In Wirklichkeit sieht die Sache folgendermaßen aus:

Ventilsitzverschleiß tritt umso mehr auf, je höher die Verbrennungstemperatur ist.
Daher sind auch Motoren, welche vergleichsweise "effektiv" laufen (also in der Regel solche mit einer hohen Literleistung) viel stärker davon betroffen, als solche mit wenig Leistung bei relativ viel Hubraum.

Wird ein Motor nur schwach belastet, dann findet kein oder zumindest nur ein sehr geringer Verschleiß an den Ventilsitzen statt.

Unter Vollast jedoch sieht die Sache anders aus: Die thermisch hoch belasteten Auslassventile beginnen nun rot zu glühen - das ist nicht weiter schlimm und schadet ihnen auch nicht.

Das Dumme dabei ist allerdings, dass es in diesem Zustand zu einer Verschweißung zwischen Auslassventil und seinem Sitz im Graugusskopf kommen kann. Die Ventile werden beim Öffnen durch die Nockenwelle zwar sofort wieder losgerissen aber dabei werden winzige Partikel aus dem weichen Sitz herausgerissen und über den Auspuff "entsorgt". Die dabei enstehenden winzigen Krater im weichen Sitz werden im weiteren Verlauf immer wieder "zugeklopft" und der ganze Vorgang von Materialverlust und "zuklopfen" des entstandenen Kraters setzt sich bei jedem Motorbetrieb unter hoher Last immer weiter fort und das Ventil "gräbt" sich somit seinen Sitz immer höher in den Kopf hinein.
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Dabei wird natürlich das Spiel zwischen Ventil und Kipphebel immer geringer - wenn man nun nicht reagiert und den fortschreitenden Schaden (im Grunde ist es ja der Exitus des Zylinderkopfes der hier stattfindet ...) immer wieder durch Nachstellen des Ventilspieles temporär ausgleicht, dann wird das entsprechende Ventil bald nicht mehr vollständig schließen können.
Als Folge kommt es zu einem Kompressionsverlust am betroffenen Zylinder und zwangsläufig auch zu einem Verbrennen des Ventiles (mit anschließendem Totalausfall des Zylinders), da es die Hitze nicht mehr an den Zylinderkopf (und somit an das Kühlsystem) abführen kann. Das Ventil wird ständig vom Flammenstrom der entweichenden Verbrennungsgase umspült.

Doch was bewirkt hier das Blei?
Bleitetraethyl ist eine organische Bleiverbindung, welche seit den 20er Jahren dem Kraftstoff als Oktanzahlverbesserer ("Antiklopfmittel" ) zugesetzt wurde. Es hinterlässt nach dem Verbrennungsvorgang eine hauchdünne Oxydschicht an den Ventilen und an den Ventilsitzen. Diese Oxydschicht ist mechanisch hoch belastbar und extrem beständig - und sie verhindert zuverlässig jedes Verschweißen zwischen Ventil und Sitz.

Wurde ein Motor über viele zehntausend Kilometer (einige sprechen von mindestens 50.000 km, Mercedes spricht für seine Modelle mit "weichen Sitzringen" von mindestens 100.000 km) mit verbleitem Kraftstoff betrieben, dann hat sich für einen entsprechend langen Zeitraum ein hinreichender Schutzfilm aufgebaut. Ewig hält dieser allerdings nicht ... man kann jedoch davon ausgehen, dass der Schutz umso länger vorhält, desto größer der Zeitraum war in dem der Motor mit verbleitem Kraftstoff betrieben wurde (bis zu einer gewissen Grenze natürlich).

Glücklich sein kann, wessen Motor noch bis zum Schluss ausschließlich mit (zuletzt künstlich extrem überteuertem) verbleitem Kraftstoff betrieben wurde.
Eher Pech gehabt hat, wer seinem Motor bereits damals nur noch bei jeder vierten Tankfüllung den teuren Saft gönnte oder gar wer frühzeitig dem Öko - Trend und der einschlägigen Werbung folgte und seinen Motor entgegen den Ford - Vorschriften ausschließlich mit dem erheblich billigeren bleifreien Kraftstoff betrieb ...

Doch was kann man heute tun?

Machen kann man eigentlich nur wenig:

- Fahrten unter Vollast möglichst vermeiden.

- auf keinen Fall bei einer Überholung der Zylinderköpfe die Auslassventile einschleifen!!!

- auf einen gesunden Wärmehaushalt des Motors achten.

- Ventilspiel in entsprechend kurzen Intervallen überprüfen und ggf. nachstellen - besonders nach längeren Autobahnfahrten!

Von der Verwendung diverser "Bleiersatz" - Mittelchen ist abzuraten. Die Erfahrung zeigt, dass sie keinerlei Wirkung haben.
Im Gegenteil: Die darin meist enthaltenen Kalium - Salze entpuppen sich (besonders bei Fahrzeugen, welche nur saisonweise genutzt werden) als korrosionsfördernd im gesamten Kraftstoffsystem (vom Tank bis zum Vergaser bzw. bis zur Einspritzanlage).

Was den Austausch der Zylinderköpfe gegen solche für uneingeschränkten Bleifreibetrieb betrifft, so wurden diese werksseitig für folgende Motoren geliefert:

- 2,0-l-OHC

- 2,3-l-V6

- 2,8-l-V6-Einspritzmotor

Diese Zylinderköpfe müssen nicht unbedingt aus der Granada - Baureihe stammen, sondern können auch für den Nachfolger Scorpio bzw. für die kleineren Fahrzeuge der Sierra - Baureihe gedacht sein.

Die 2,3-l Köpfe können nur bei 2,3-l Motoren ab 7/79 verwendet werden.
Eine Verwendung bei älteren 2,3-l Motoren (jedoch nicht älter als 10/69!) ist nur bei gleichzeitigem Austausch des Ansaugkopfes möglich. Durch die größeren Ventile kann es dabei zu einer geringfügigen Leistungserhöhung kommen.

2,6-l Motoren können ebenfalls mit diesen Köpfen ausgerüstet werden (Austausch des Ansaugkopfes vorausgesetzt) - auch hier kann es durch die geringfügig größeren Auslassventile zu einem leichten Leistungszuwachs kommen.

Die 2,8i - Köpfe können nur bei 2,8i - Motoren ab 8/77 verwendet werden. Eine Verwendung an älteren 2,8i - Motoren (Granada ’75) ist nicht möglich! 2,8-l Vergasermotoren in Granada '78 und Granada '82 können jedoch bedenkenlos mit diesen Köpfen ausgerüstet werden.

Der nachträgliche Einbau von Sitzringen in Zylinderköpfe, welche nicht ab Werk dafür vorgesehen waren ist nur mit großer Vorsicht zu genießen. Im Zweifelsfalle sollte man sich die Erfahrung des Betriebes bzgl. Umrüstarbeiten speziell an Ford V4- bzw. V6 - Zylinderköpfen bestätigen lassen.

Von Nachrüstaktionen ohne Garantie ist dringend abzuraten.





Es gibt auch Unterschiede beim Bleiersatz, merkt man im Verhalten des Motors.
Mir fällt gerade der Name nicht ein, hat bei uns hier die JET und die AGIP im Regal stehen und ist ne leicht dunkle Flüssigkeit. Da bilde ich mir ein, dass der Motor weicher laufen würde wie mit Produkten anderer Hersteller (hellere Flüssigkeit) wie auch in versch. Portalen für wenig Geld zu bekommen.


""Bleiersatz" ... Erfahrung zeigt ... keinerlei Wirkung"
tja das sehe ich ja bei meinem Dicken ...

"Die ... Kalium - Salze ... korrosionsfördernd"
stimmt das?


Warum verkaufen die das Bleitetraethyl nicht in solchen Flaschen - wir sind doch mittlerweile eine Minderheit, welche i.S. Umweltschutz vernachlässigbar ist.

OHCTUNER
01.07.2010, 16:06
Jo , sehr gute Erklärung , die ich zu 100% bestätigen kann !
Die Sinnlosigkeit von Bleiersatz hab ich schnell erkannt und das nachrüsten der Sitzringe ist wirklich nicht ohne , da unmittelbar unter/neben dem Ventilsitz ein Wasserkanal verläuft , etwas zu tief ausgespindelt und der Kanal liegt frei , also mit der Tiefe des Sitzrings etwas sparsam umgehen , oder genug Köpfe auf Reserve halten , sollte es passieren !

75er 2,8er ist klar , der hatte 3 Auslässe und somit ne andere Ventilanordnung , aber ganz seltene Motoren !

binkino
01.07.2010, 17:06
Jo , sehr gute Erklärung , die ich zu 100% bestätigen kann !
Die Sinnlosigkeit von Bleiersatz hab ich schnell erkannt und das nachrüsten der Sitzringe ist wirklich nicht ohne , da unmittelbar unter/neben dem Ventilsitz ein Wasserkanal verläuft , etwas zu tief ausgespindelt und der Kanal liegt frei , also mit der Tiefe des Sitzrings etwas sparsam umgehen , oder genug Köpfe auf Reserve halten , sollte es passieren !

Oh je ... nja hab nur die drauf sind ... schätze ja dass die Firma die das dann machen wird ihr Handwerk versteht. Aber ist gut zu wissen, dann kann man denen die Info auch geben und wenn die dann trotzdem durch kämen, denen auf die Finger klopfen.
DANKE :)
Vlt. Bei der Gelegenheit auch gleich Ein/Auslass etwas 'polieren' lassen?
Auf jeden Fall auch die Ventilschaftgummis gleich mit machen, wenn schon denn schon - irgendwann sagen die auch mal 'hier!"


75er 2,8er ist klar , der hatte 3 Auslässe und somit ne andere Ventilanordnung , aber ganz seltene Motoren !

Wie ein Essex? Aber aus Kölle?

OHCTUNER
01.07.2010, 21:59
Naja , zumindest die Auslässe innen vergrößern , die kannste dann auch polieren , aber die Einlässe werden nicht poliert !
Im Grunde ist das ein Rattenschwanz , damit das Sinn macht , muß du den Abgaskrümmer Fahrerseite unten über dem Anschluß vom Auspuffrohr auch vergrößern , da sitzt die nächste Bremse !

Die 75er Köpfe sehen ganz anders aus wie die Essex Köpfe , das gilt für Ein und Auslass , sieht schlimm aus , da bleibe ich lieber bei den 2 Auslässen !

binkino
02.07.2010, 01:59
Schöne Schweißnaht :D Guß schweißen ... uiuiui naja wirds wohl genau so viele Krümmer geben wie die Motoren selten sind
Habsch nun noch nicht (bewusst) gesehen.
Die haben eig. nur den doppelten Auslass verbreitert und getrennt
Die Ventile scheinen die gleiche Anordnung/Reihenfolge wie beim "2Auslass" zu haben


So. Heut bekommt mein Dickerchen erst mal wieder ein neues Visum für die nächsten 2 Jahre... dann ists 2012, noch mal ein Jahr dran hängen und er ist offizieller Senior :D

Tja... Dienstag werd ich dann das Spiel neu einstellen (habsch frei) bin mal gespannt wie eng die wieder sind. Werkstättler noch nerven, wen der kennt der die Köpfe machen kann und was taugt.
Hoffen wir mal dass die auch noch 'plan' sind und da nichts gemacht werden muss.

Ist nur die Fahrerseite im Krümmer enger? Was haben die sich dabei gedacht...

OHCTUNER
02.07.2010, 07:25
Jo , nur der von der Fahrerseite ist enger , haben alle V6 bis hin zum 2,9er !
Hab das Stück einfach raus geflext , was passendes aus nem anderen Krümmer raus geflext und eingepasst , ab zur Schweißerei , anheften , dann im Ofen auf Temp gebracht und dann verschweißt , sollte Jemand machen der wirklich Ahnung von Gußschweißen hat , dann hält das auch , hab dafür 35 € bezahlt , der Durchlass wird dadurch um ein Drittel größer , das reicht für 2,3er locker , hat selbst für 2,9er gereicht , den Unterschied merkt man !
Was die sich dabei gedacht haben ?
Nix , war wohl nicht wichtig für Ford , hauptsache langlebig , das hatte die Konkurrenz besser drauf mit im Schnitt 15 - 25 ps mehr bei gleichem Hubraum !
Auslässe bearbeiten und Abgaskrümmer dürften den 2,3er grob auf 120 ps bringen und ein früher anliegendes Drehmoment , was sich auch obenrum verbessert !

binkino
21.08.2010, 15:07
Hatte ja vor 6 Wochen ne länger Tour, heute endlich mal dazu gekommen das Ventilspiel zu prüfen und nachzustellen.

Ergebnis: (Sicht Fahrtrichtung)
Zylinder 5, links mitte, war der Auslass unter 30! Einlass ok
Zylinder 3, rechts hinten, hatte minimal mehr Spiel
Zylinder 6 (links hinten) war der Auslass minimal zu eng.

Wenn ich mich recht erinnere, war der Zylinder 5 das letzte mal auch ziemlich zu eng.