E10 schadet dem Motoröl

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von maat.k, 06.03.2011.

  1. maat.k

    maat.k " Frauenversteher "

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    WELT AM SONNTAG

    http://www.welt.de/print/wams/motor/article12710399/E10-schadet-dem-Motoroel.html

    Wer den Biosprit tankt, muss mit kürzeren Ölwechsel-Intervallen rechnen.
    Bericht an den Bundestag bezweifelt E10-Umweltnutzen
    Daimler und BMW haben ein Forschungsteam gebildet, das Praxistests zur Belastung des Schmieröls machen soll
    Der ökologische Nutzen von zusätzlichem Bio-Ethanol im Benzin wird jeden Tag fragwürdiger. Nachdem die Verunsicherung der Verbraucher beim neuen Kraftstoff E10 zur Flucht ins teure SuperPlus-Benzin geführt und die Industrie die E10-Produktion gestoppt hat, könnten weitere Entdeckungen den Ruf des Biokraftstoffs endgültig ruinieren. Denn teurer wird wohl auch die Wartung der Autos, da E10 in Verdacht gerät, das Motoröl stärker zu beanspruchen als üblicher Kraftstoff. Die Folgen: geringere Schmierfähigkeit und höherer Motorenverschleiß.
    "Durch den zehnprozentigen Ethanolanteil im Benzin nimmt auch die Wassermenge im Motor zu. Das Wasser kondensiert aus den Verbrennungsgasen und gelangt ins Öl, das dadurch verdünnt wird und schneller altert", erklärt Thomas Brüner, Leiter der Mechanikentwicklung bei BMW. Die Ölverdünnung ist für die Motorenexperten ein ernstes Problem - so ernst, dass die Konkurrenten BMW und Daimler kurzfristig ein gemeinsames Forschungsteam bildeten, das jetzt spezielle Praxistests durchführen soll. Bei den Mineralölfirmen ist das Problem offenbar noch unbekannt. "Wir beschäftigen uns nicht mit technischen Fragen", sagt eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbands.
    Einem ähnlichen Ölproblem kamen Fachleute vor Monaten bereits beim Diesel auf die Spur, dem bis zu sieben Prozent Fettsäure aus Rapsöl und Methanol beigemischt werden. Hier bildet das Motoröl durch chemische Reaktion mit den Biokomponenten des Treibstoffs Säuren, die schließlich eindicken und das Triebwerk buchstäblich verstopfen können.
    Das ist einer der Gründe, warum die Mineralölwirtschaft nicht den Anteil von Biostoffen im Diesel erhöhen konnte, um die geforderte Gesamtquote im Sprit zu erreichen. Deshalb musste Ethanol im Benzin von fünf auf zehn Prozent (E10) erhöht werden, um die drohenden Strafgelder an den Staat zu umgehen.
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    Überprüfen können Autofahrer die Ölqualität in der Praxis nicht. Experten raten, regelmäßig den Peilstab zu ziehen. Zeigt er einen höheren Ölpegel als bei der letzten Kontrolle an, besteht Verdacht auf Ölverdünnung. Allerdings: Manche moderne Motoren haben keinen Ölpeilstab mehr. Hier messen Sensoren den Ölstand, was aber nicht so genau ist.
    Die Autohersteller wollen ihre Kunden nicht noch weiter verunsichern. "Die Verwendung von E10 in unseren Benzinmotoren ist grundsätzlich unbedenklich", sagt BMW-Ingenieur Brüner, betont aber zugleich: "Je nach Land und der dort verfügbaren Kraftstoffqualität kann es aber sein, dass wir die Ölwechselintervalle verkürzen müssen."
    Wie gut deutsches E10-Benzin ist und ob es zu einer riskanten Ölverdünnung in den Motoren kommt, sollen die Tests in den nächsten Wochen zeigen. Die Zeche zahlen wahrscheinlich auch in diesem Fall wieder die Autobesitzer: Bei einem Sechszylinder wie dem BMW 325i schlägt jeder zusätzliche Ölwechsel mit gut 200 Euro zu Buche.
    Unterdessen gehen Umweltverbände und Wissenschaftler auf Distanz zu E10 und stellen den Treibstoff infrage. Dazu gehört auch das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag, das die Abgeordneten des Parlaments berät. In einem 300 Seiten starken Arbeitsbericht, der auf verschiedenen Gutachten beruht, bezweifeln die Berliner Fachleute den ökologischen Nutzen des Biosprits für Automotoren.
    Stattdessen könnte die aus Biomasse erzeugte Energie nach Ansicht der Experten effektiver für die Strom- und Wärmerzeugung verwendet werden. "Die Kraft-Wärme-Kopplung weist derzeit und auf absehbare Zeit die besseren Einsparpotenziale bei den Treibhausgas-Emissionen auf", heißt es in der Studie. Als Konsequenz müsste die Biokraftstoffquote für Benzin und Diesel stufenweise zurückgenommen und schließlich völlig abgeschafft werden.
    Zumal die Folgen bereits einer Fehlbetankung der rund drei Millionen Fahrzeuge in Deutschland, die E10 nicht vertragen, irreversible Schäden hervorruft. Dass es selbst vier, fünf Jahre alte Autos wie VW Polo, Lexus IS oder Toyota Avensis (siehe Tabelle) treffen kann, liegt im Aufbau mancher Motoren begründet und an den Materialien, die dafür verwendet wurden. Denn Alkohol, dessen Anteil im E10-Benzin jetzt verdoppelt wurde, entzieht benachbarten Stoffen Wasser. Dies führt laut TÜV Süd bei Dichtungen zu deren "Versprödung", wodurch sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können. Zudem, so heißt es in einer Mitteilung des TÜV Süd weiter, "entstehen bei Kontakt mit anderen Materialien korrosionsbeschleunigende Stoffe (zum Beispiel Chloride), und es bilden sich an manchen Metallen Komplexe, die den korrosiven Effekt verstärken." Dies könne zu Schäden an Benzinpumpen und Kolbenringen führen.
    Von den nicht frei gegebenen Fahrzeugen sind besonders die Typen mit moderner Benzindirekteinspritzung wie zum Beispiel die Audi-Modelle A3/A4 FSI, der Opel Zafira 2.2 Direct, die Mercedes-Typen C/CLK 200 CGI oder der VW Golf FSI betroffen. Bei diesen Motoren besteht die Gefahr, dass Ethanol die Aluminium-Kraftstoffleitungen angreift und Rostfraß auslöst. Dadurch kann sogar Benzin austreten, sich entzünden und das Auto in Brand setzen.
    Da gerät es fast zur Nebensächlichkeit, dass die Motoren wegen des geringeren Energiegehalts von Ethanol laut ADAC-Berechnungen rund 1,5 Prozent mehr Kraftstoff als beim herkömmlichen Superbenzin (E5) verbrauchen. Gegenüber dem hochoktanigen SuperPlus betrage der Mehrverbrauch sogar bis zu drei Prozent. Würden alle Besitzer E10-tauglicher Modelle den neuen Biosprit tanken, stiege der tägliche Benzinverbrauch in Deutschland um rund eine Million Liter. Davon profitierte freilich nicht nur die Ölbranche, sondern auch der Fiskus: Er könnte sich über Mehreinnahmen bei der Mineralölsteuer von etwa 650 000 Euro freuen - pro Tag.

    Anmerkung von mir auf Anfrage bei FORD:
    Bei einem nachweislichen Motorschaden, auf Grund von E10, erlischt die Neuwagengarantie.
     
  2. AdMan

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  3. TiPhie

    TiPhie auf Gratwanderung

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    Dann müsste doch eigentlich die Freigabe zurückgenommen werden?!
     
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