Ford 12M/15M (P6) (Bj. 66-70) Getriebe heult im Schubbetrieb

Diskutiere Getriebe heult im Schubbetrieb im Ford 12M/15M/17M/20M/26M Forum Forum im Bereich Ford Youngtimer / Oldtimer Forum; Hallo! Zunächst ein paar Vorbemerkungen... Bei mir geht es nur teilweise um das Thema Ford, teilweise ist wörtlich zu nehmen, denn ich besitze...

  1. M530

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    Hallo!

    Zunächst ein paar Vorbemerkungen...
    Bei mir geht es nur teilweise um das Thema Ford, teilweise ist wörtlich zu nehmen, denn ich besitze seit 1993 einen Matra Sports M530 LX. Dieser Mittelmotorsportwagen verfügt ab Werk über den Antriebstrang (Motor/Getriebe) des 15M RS P6.
    2003 habe ich meine "Frame-Off" Restaurierung abgeschlossen, incl. kompletter Motorüberholung und "kleiner" Überholung (Hauptwellenlager, Differential-Stützlager) des Getriebes.
    Nach vielen Ausflügen in die Alpen (jenseits der Großen Zehn, dort wo es wirklich eng und kurvig ist) war die Synchronisation schon etwas müde geworden. Letztendlich hat das Getriebe vor ein paar Wochen mit kurz blockierenden Antriebsrädern und einem lautem Knack jegliche Funktion eingestellt.

    Worum es eigentlich geht...
    Zum Glück hatte ich noch ein passendes gebrauchtes Getriebe (Achsübersetzung 3,50) auf Vorrat liegen. Optisch machte es einen wenig gebrauchten Eindruck, durchschalten war auch kein Problem.
    Den üblichen Verdächtigen, sprich das Differential, prüfte ich ganz einfach indem ich Achs-Abtriebe gleich- und gegensinnig drehte und dabei das Spiel erfühlte. In beiden Fällen war es am Umfang der Achs-Abtriebe kaum 1mm.
    Nachdem ich das Getriebe geöffnet und mit Diesel sauber gewaschen hatte war auch die Sichtprüfung ohne Befund. Das Kegelrad am Differential kämmt sauber ein, nirgendwo waren Laufspuren zu entdecken, noch nicht einmal am Einspurrad des Rückwärtsganges, welches sonst fast immer angenagt ist. Kein Abrieb im Öl (welches schon reichlich zäh war) und auch nirgends ein ungewöhnliches Lagerspiel.

    Ich habe das Getriebe dann neu lackiert, abgedichtet und die Matra-spezifischen Teile umgebaut. Um genau zu sein sind das, die beiden Achs-Abtriebe, eine Auspuffhalterung an der Ölwanne, eine Auspuffhalterung am hinteren Lagerschild, eine andere Aufhängung auf dem hinteren Lagerschild und andere Schalthebel.
    Bei der ersten Probefahrt stellte ich fest dass die Synchronisation viel besser funktionierte als beim alten Getriebe, allerdings heulte dieses Getriebe im Schubbetrieb. Dieses Heulen klingt für mich nach einem typischen Zahnradheulen, es tritt NUR im Schubbetrieb auf und zwar in ALLEN Gängen unabhängig ob bei gerader Fahrt oder in einer Kurve.
    Leerlauf und/oder Kupplung getreten ergeben KEIN heulen.

    Bevor ich nun voll wildem Aktivismus das Getriebe wieder herausreisse und tagelang an der Werkbank über dem Räderwerk brüte...
    Gibt es einen typischen Schaden der sich derartig darstellt?
    Ist mir möglicherweise ein Montagefehler unterlaufen? (Nein, Öl hab ich eingefüllt!)
     
  2. #2 westerwaelder, 16.10.2015
    westerwaelder

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    Wenn du das Tragbild vom Teller-und Kegelrad für gut befunden hast, dann können es nur noch die Lager sein !

    Arndt
     
  3. M530

    M530 Neuling

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    Hallo!

    Ein kleines Update...

    Ich habe an dem momentan eingebauten, heulenden Getriebe (ich nenne es mal Nummer 2) folgendes versucht: Da ich selber geschnittene Dichtungen verwendet habe, hatte ich die Vermutung, dass ich der Hauptwelle evtl. zuviel axiales Spiel ermöglicht zu haben. Messen und einstellen des axialen Spiels ist ja bei eingebautem Zustand an bzw. unter dem hinteren Lagerschild möglich.

    G2-02.jpg

    Tatsächlich hatte ich hier anstatt der vorgeschriebenen ca. 2/10 fast 6/10 wegen einer zu dicken Dichtung.
    Ich hab das Ganze dann korrigiert, leider ohne Erfolg, das Getriebe 2 heult immer noch.

    Der nächste Versuch...

    Da ich annahm das sich beim ursprünglichen Getriebe (ich nenne es mal Nummer 1) lediglich ein Schaden innerhalb der Schiebe- Synchronmuffe 3.-4. Gang eingestellt hatte, wollte ich diesen Schaden beheben und dann einfach Getriebe 2 gegen das ursprüngliche Getriebe 1 tauschen.
    Nach dem Öffnen des Getriebe 1 und entnehmen der kompletten Hauptwelle fand ich tatsächlich einen Schaden innerhalb der Schiebe- Synchronmuffe 3.-4. Gang vor. Aber was für einen...

    G1-02.jpg

    Das kleine Axial-Nadellager am 4. Gang war mitsamt seinen Lagerringen zu einem unidentifizierbaren Metallring zerrieben und kaltverschweißt. Der Hieb den es dabei in dem Räderwerk gegen haben mußte, war groß genug um die Flansche der 2-teiligen hohlen Hauptwelle zu zerstören. Der Wellenstumpf auf der Differential-Wellenhälfte ist ab- und ausgerissen, die Reste sind in die andere Wellenhälfte kaltverschweisst und die Verzahnung ist zum Teil weggerissen.

    G1-03.jpg

    Das einzige Tel was von diesem Getriebe noch von Wert erscheint ist das Differential, natürlich ohne Kronenrad.

    Ganz hinten in der Werkstatt, unter dem hintersten Regal lag noch ein Getriebe (die Nummer 3). Allerdings ohne Differential aber mit dem zugehörigen Kronenrad. Leider kenne ich hier die Achsübersetzung nicht, die Blechfahne an der Ölwanne ist abhanden gekommen. Am Gehäuse ist als Gußzeichen die Ford-Pflaume und nicht der Schriftzug FoMoCo, deshalb vermute ich, dass es sich um ein P4 Getriebe handelt.
    Das Differential ist bereits umgebaut und eingemessen. Das Gehäuse, die Ölwanne und das Lagerschild gereinigt und neu lackiert.

    G3-01.jpg

    Wenn es zeitlich klappt werde ich am kommenden Wochenende das Getriebe 2 ausgebaut haben und hoffentlich mit Getriebe 3 zunächst Ruhe haben.
    Bin dann schon gespannt was das Heulen in Getriebe 2 verursacht hat.
     
  4. #4 M530, 15.11.2015
    Zuletzt bearbeitet: 15.11.2015
    M530

    M530 Neuling

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    Hallo!

    Das letzte Update mit weiteren Tiefschlägen und vorläufigem Ende...

    Obwohl ich das Getriebe 3 schon zum Einbau vorbereitet hatte, bin ich zunächst nochmal an das eingebaute Getriebe 2 rangegangen.
    Ich habe im eingebauten Zustand die Getriebe-Ölwanne entfernt um das Differential zu vermessen und nicht nur, wie vorher, das Spiel an den seitlichen Abtrieben zu erfühlen.

    G2-03.jpg

    Auf den Tellerrad habe ich wie vorgeschrieben das Spiel an einer Zahnradflanke gemessen. Knapp 3/10 also innerhalb der Toleranz, 2. Messung bei etw 90° weiter gedrehten Tellerrad ergaben 7/10, 3. Messung 5/10 weitere Messungen hab ich mir gleich mal gespart.

    Erste Erkenntnis
    Das Getriebeheulen in allen Gängen im Schubbetrieb kam tatsächlich aus dem Differential. Sichtkontrolle der Zahnradflanken und erfühlen des Spiels an den seitlichen Abtrieben ist nutzlos, nur genaues Messen hilft weiter.

    Also das Differentialspiel einstellen und erstmal den Grund für das "variable Spiel" herausfinden.
    Übeltäter war die Kegelradwelle die ein deutliches Längsspiel aufwies und somit keine definierte Lage zum Tellerrad hatte. Laut Vorschrift wird das (neue!) Kegelrollenlager über den vorderen Lagerträger mit erheblichen Drehmoment vorgespannt.
    Da ich das alte Lager beibehielt habe ich das Lager nur gut handfest auf Spiel 0 eingestellt.
    Klingt einfach? War es nicht! Den vorderen Lagerträger (bei der Kupplung) kann man nur sinnvoll mit dem Spezialschlüssel von Ford bedienen. Aber auch nur bei ausgebauten Getriebe. Oder man baut sich anhand des originalen Spezialwerkzeugs eine angepasste kürzere Sonderform nach.

    X1-01.jpg

    Trotzdem muß aber die Mitnehmerscheibe und Druckplatte ausgebaut werden.
    Jetzt war ein konstantes (zu großes) Spiel von 4/10 zu messen. Also mußte noch die Lage des Tellerrades über die beiden seitlichen Differentiallager eingestellt werden. Antriebswellen abgeflanscht und den Ford-Spezialschlüsel auf eine der "Kronenmutter" bzw. seitlichen Lagerträger aufgesetzt und versucht das Ding auf zu drehen. Absolut keine Wirkung...
    "Ekaaat! Gif mi mol dat zöllig Rohr!"
    Rohr als Verlängerung an den Schlüssel angesetzt, jetzt wäre mir fast das Auto von der Hebebühne gefallen und der "Kronenmutter" sind mehrere Zähne ausgefallen.
    Technisches KO! Ohne Getriebeausbau kein weiterkommen mehr.
    Außerdem war mir bei der ganzen Rumesserei noch ein ungewöhnlich großes radiales Spiel der einteiligen Neben- oder Vorgelegewelle aufgefallen. Allerdings besitzt die Nebenwelle eine stehende Achse, mit einem Splint (1 Uhr Stellung) unter dem hinteren Lagerschild gegen Verdrehung gesichert. Warum die Lagerbohrung einer stehenden Welle "ausgeschlagen" ist, sie klappert tatsächlich in der inneren Gußwand hin und her, kann ich mir nicht erklären. Das macht das Gehäuse von Getriebe 2 aber für mich zum Schrott.

    Das Getriebe (2) heulte anschließend (natürlich) immer noch, wenn auch etwas dezenter. Aber der festsitzende seitliche Lagerträger und die wackelige Nebenwelle machten nun doch den Einbau von Getriebe 3 notwendig.

    Seit Gestern Nachmittag habe ich das Getriebe 3 drin, gefühlt hat es etwas andere Übersetzungen, wahrscheinlich doch ein P4 Getriebe.
    Und es heult...
    Nein...
    Es singt, ein deutlich hellerer Ton, ähnlich wie das Geräusch eines (geradeverzahnten) Rückwärtsganges unter Last.
    Mein ursprüngliches Getriebe (1) hatte das auch im 1. Gang, besonders wahrnehmbar beim Zurückschalten in den 1. Gang, was in den Bergen, in steilen Serpentinen oft nötig war. Das Getriebe 3 hat das allerdings im 1. und im 2. Gang, und auch ganz leise im 3. Gang.
    Momentan lass ich es jetzt wie es ist. Das Auto kommt jetzt erstmal ins Winterlager und ob ich nächstes Jahr nochmal Lust zum Getriebetausch habe...oder ich es einfach nicht mehr höre...
     

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