Überstunden als Aushilfe

Diskutiere Überstunden als Aushilfe im Recht, Gesetz & Versicherung Forum im Bereich Ford Forum; Ich habe bzw. meine Freundin hat ein Problem mit ihrem Job als Aushilfe in einem Blumenladen. Undzwar steht in ihrem Arbeitsvertrag beschäftigt...

  1. #1 CreasoR, 19.12.2013
    CreasoR

    CreasoR TDI kriegt mich nie!!! :D

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    Ich habe bzw. meine Freundin hat ein Problem mit ihrem Job als Aushilfe in einem Blumenladen. Undzwar steht in ihrem Arbeitsvertrag beschäftigt als "Aushilfe für 40 Stunden die Woche". Jetzt ist es so, dass ihr regelmäßig (unbezahlte und nicht durch Freizeit ausgeglichene) Überstunden aufgedrückt werden. Diese Woche besondern schlimm: von Montag - Samstag jeden Tag 10 Stunden arbeiten. Da sie diese Überstunden nicht machen will und in ihrem Vertrag 40 Stunden die Woche steht dürfte sie ja ab morgen Wochenende nehmen, da 40 Stunden geleistet worden. Allerdings habe ich im Netz gelesen, dass bis zu 60 Stunden die Woche "zumutbar" sind, wenn im Vertrag nichts anderes steht. Die Chefs schalten da auf durchzug...

    - Kann man dort irgendwas gegen tun, bzw ab morgen für den Rest der Woche einfach zuhause bleiben?

    - Kann ich da als Lebensgefährte ohne verheiratet zu sein auch was tun? Ich würde am liebsten zum Anwalt gehen, da Arbeitsgesetze dort eh ständig missachtet werden und keine der Mitarbeitet sich traut den Mund auf zu machen.

    Bitte um Hilfe, da mit solangsam der Kragen deswegen platzt und ich keine Lust hab, dass meine Freundin hier arbeitet bis sie umfällt :rasend:
     
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  3. #2 Teufelweich, 19.12.2013
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    Aushilfe für 40 Std. die Woche? Das ist ja wohl eher Vollzeit.
    Ruf beim Arbeitsgericht an. Die kennen sich aus und können helfen.
    Ansonsten alle geleisteten Stunden dokumentieren, damit im Streitfall vorm Arbeitsgericht klare Aussagen gemacht werden können.
     
  4. #3 samsung, 19.12.2013
    samsung

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    Zuhause bleiben kann deine Freundin so einfach nicht, das ist dann unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz, und zieht ggf. eine Abmahnung nach sich. Desweiteren bringt sich deine Freundin in ein schlechte Position.
    Da wir den Vertrag und seinen Einzelheiten nicht kennen, ist es schwer, einen Rat zu geben.
    Zu einem Anwalt muss deine Freundin gehen, alleine schon wegen der "Vollmacht" Du kannst sie aber begleiten.
    Dann sollte geklärt werden, ob deine Freundin "regelmäßig" Überstunden unentgeltlich leisten muss.
    Hat deine Freundin die Überstunden notiert ? Sonst schaut es schlecht aus...
    Auch muss geklärt sein, was als Entlohnung ausgehandelt worden ist, und ob Überstunden mit dem Lohn abgegolten sind.
    Da man nicht weiß, wieviele Angestellte dort arbeiten, und ob es sogar einen Betriebsrat gibt.

    Ich weiss es noch, als ich Betriebsleiter (Malermeister) angestellt war, mit dementsprechendem Gehalt, und laut Tarifvertrag sind 10 Überstunden pro Woche unentgeltlich erlaubt. Das hatte Vor und Nachteile.

    Und, schau das ihr zu einem Anwalt geht, der auf Arbeitsrecht spezialisiert ist.

    40 Stunden gehen als Aushilfe, wenn man den Rest des Monats daheim bleibt. 400 Euro Job.
     
  5. #4 MucCowboy, 19.12.2013
    MucCowboy

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    Wenn sie sich gegen die Weisungen und Behandlungsweisen in dem Blumenladen mit rechtlichen Argumenten zur Wehr setzt - und wenn sie 1000 Mal im Recht ist -, den Job ist sie dann wahrscheinlich los. Das muss Euch von Anfang an klar sein. Alleine hast sie kaum eine Chance, ohne Schaden für die eigene Person die Geschäftspraktiken des Ladens zu ändern, wenn die nicht vernünftig mit sich reden lassen. Wenn der Vertrag oder die abverlangte Leistung gegen geltendes Recht verstößt, kann sie maximal eine Abfindung erwirken - indem sie bei Gericht gegen die Kündigung klagt.

    Ihr habt nun das Problem, dass "Recht haben" und "Recht bekommen" nicht oft zusammengeht.

    Wenn Ihr was erreichen wollt, und es durch ein normales Gespräch mit dem Geschäftsführer nicht funktioniert, dann sucht Euch fachliche Unterstützung. Das Arbeitsrecht ist ein weites Feld, und da wir die genauen Vertragsverhältnisse nicht wissen, sind unsere Tipps i.d.R. sowieso unpassend.

    @teufelweich: "Aushilfe" wird hier im Sinne von "Ungelernte Arbeitskraft" benutzt, im Gegensatz z.B. zur "Gärtnereifachverkäuferin" oder "Floristikerin". Ansonsten kann es sich durchaus um einen Vollzeitvertrag handeln, das wurde nicht bestritten.
     
  6. #5 Kletterbuxe, 19.12.2013
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    Die Infos sind wirklich sehr dürftig.
    Vollzeit od. Teilzeit?
    Vertrag od. mündliche Absprache?
    sozial- und rentenversicherungspflichtig beschäftigt?, Mini- oder Midi-Job?
    Wie lange schon beschäftigt?
    Bei Zeitverträgen: wie lange pro Vertrag und wieviele Verlängerungen?
    Und die ganzen Fragen, die samsung gestellt hat.

    Dann das, was oben schon gefragt wurde: Wie ist das Verhältnis zum Chef, wie sehr ist sie auf den Job angewiesen? Reicht ihr der Stundenlohn, wenn man die Überstunden mit einrechnet?

    Nebenbei zu deiner Frage: Also DU persönlich kannst da gar nichts machen (außer beistehen, Rückhalt & Ratschläge geben usw.), verheiratet sein bringt dir da auch nicht wirklich was, weil die "Standarthochzeit" dich in den Güterstand der Zugewinngemeinschaft bringt. Selbst die Gütergemeinschaft (per notariell beurkundetem Ehevertrag) verschafft dir da nur wenig "Handlungsspielraum", jedenfalls so lange die Gattin noch lebt...aber das spielt ja hier keine Rolle.
     
  7. #6 RedCougar, 19.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2013
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    Erstmal muss unterschieden werden, ob es sich um Mehrarbeit oder um angeordnete Überstunden handelt. Nicht jede Stunde, die man länger auf Arbeit ist, sind echte Überstunden. Oft ist es "nur" Mehrarbeit.

    Mehrarbeit ist einfach da und wird in der Regel nicht entlohnt. Das können auch durchaus 10 Stunden pro Woche sein.

    Echte Überstunden müssen explizit vom Chef/Vorgesetzten angeordnet werden ("Sie bleiben heute bis 20:00 Uhr da, weil das noch fertig werden muss") und dann aber auch abgegolten werden.

    Fernbleiben darf die Gute der Arbeitsstelle keinesfalls einfach so. Das ist nicht nur ein Abmahnungsgrund sondern kann als Arbeitsverweigerung ausgelegt werden und sogar eine fristlose Kündigung nach sich ziehen.

    Ich würde erstmal jeden Arbeitstag eine Weile lang korrekt erfassen / über alle Stunden Buch führen und mich damit und dem Arbeitsvertrag zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht begeben. Als Floristin verdient man schon nicht viel, daher gehe ich davon aus, das eine ungelernte Hilfskraft noch weniger verdient und deiner Freundin daher vielleicht sogar noch ein Beratungskostenschein vom Amtsgericht zusteht. Damit kann man dann pauschal für 10,00 EUR zu einem freiwählbaren Anwalt gehen und sich beraten lassen.

    Bei Arbeitsverträgen ist schriftform gesetzl. vorgeschrieben - selbst bei geringfügig Beschäftigten (Mini-Jobs) oder kurzfristigen Beschäftigungen. Mündliche Absprachen gelten rechtlich nicht.
    Deine anderen Fragen sind für diese Angelegenheit auch völlig unerheblich. Ob Überstunden abgegolten werden müssen, richtet sich einzig nach der vertraglichen Arbeitszeit / Tarifvertrag und ob sie angeordnet wurden. Auch wenn man via Minijob nur 2 Stunden die Woche im Arbeitsvertrag stehen hat und zusätzlich 2 Überstunden leistet, müssen diese ausgeglichen werden. Es ist auch unerheblich ob befristet oder nicht oder wie lange die Beschäftigung schon dauert .... das tut in diesem Fall überhaupt nichts zur Sache.
     
  8. #7 Gas-Geber, 20.12.2013
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    Moin.
    Was Red Cougar schreibt ist soweit richtig.
    Zur Ergänzung noch: Nicht der Vertragsabschluss muss schriftlich erfolgen, sondern die Kündigung! Auch Arbeitsverträge können per Handschlag besiegelt werden.

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  9. #8 MucCowboy, 20.12.2013
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    Richtig. In diesem Fall akzeptieren beide Seiten implizit die geltenden Tarifbestimmungen als Vetrtragsgegenstand.
     
  10. #9 RedCougar, 20.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2013
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    Ja, du hast Recht. Ich hab mich da oben wegen dem Nachweisgesetz (Schriftform) und der befristeten Arbeitsverträge (Schriftform) leicht vertan. Bei mündlichem Vertrag sind alle Arbeitsverträge unbefristet, aber die wesentlichen Vertragsbedingungen müssen trotzdem spätestens 1 Monat nach Antritt schriftlich niedergelegt werde - das entspricht doch faktisch einem schriftlichem Arbeitsvertrag ;)
     
  11. #10 Andreas_S., 20.12.2013
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    Die bei uns geltende Vertagsfreiheit beinhaltet auch die Formfreiheit, das heißt, es bedarf bei einem Arbeitsvertrag nicht der Schriftform. Natürlich kann ich jedem nur raten einen schriftlichen Arbeitsvertrag zu verlangen. §3 des Arbeitszeitgesetz besagt, daß die werktägliche Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten darf. Pausen nicht mitgerechnet. Das gilt nicht in Ausnahmefällen, wie Arbeitnehmern in leitenden Positionen. Eine Arbeitszeit von bis zu 10 Stunden am Tag kann angeordnet werden (Pausen beachten). Ein Ausgleich hat binnen 6 Monaten oder 24 Wochen zu erfolgen. Dann muß im Durchschnitt wieder eine tägliche Arbeitszeit von maximal 8 Stunden erreicht werden. Anwaltlich beraten lassen kann ich da nur sagen.
     
  12. #11 Kletterbuxe, 20.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2013
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    Das ist stimmt so nicht. Dieses Modell wird gerne von Arbeitgebern propagiert, entstammt aber weder dem Gesetz, noch der Rechtsprechung.
    Das BAG sieht dieses Modell nur für Chefärzte und leitende Angestellte, da die Mehrarbeit im Rahmen ihres Aufgabenkreises grundsätzlich mit der vereinbarten Vergütung abgegolten ist. Einfache Angestellte (und Aushilfen) haben grundsätzlich einen Anspruch auf Vergütung der Überstunden oder auf Freizeitausgleich, sofern ein Tarifvertrag nichts anderes sagt.

    Natürlich kann man gerne unbezahlte Überstunden leisten, wenn einem das der Arbeitsplatz und/oder das Betriebsklima wert ist, eine Verpflichtung zu Überstunden existiert aber nicht, zu unbezahlten schon gar nicht; Ausnahmen sind hier nur abweichende Regelungen direkt im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder ein Notfall, da aber wiederum meist nur per Ausgleich/Entlohnung).

    "aufgedrückt" klingt für mich nicht nach freiwilligem Verbringen der Freizeit im Blumenladen...

    Da bringst du 2 Sachen durcheinander.
    Aber erstmal zum Thema: die Frage erübrigt sich. CreasoR hat ja schon vom Arbeitsvertrag geschrieben, von daher ist die Frage geklärt - da hätte ich nur nochmal genau lesen müssen.
    Jetzt aber zu deiner Schriftform: die mündlichen Absprachen können im Arbeitsvertag ausgeschlossen werden. Da steht dann: "Mündliche Nebenabsprachen haben keine Gültigkeit". Das heißt aber, dass bei einer Absprache der Arbeitsvertrag geändert werden muss, nicht, dass die Schriftform zwingend ist.
    Wo nimmst du das bitte her? Da würden mich die "Quellen" mal brennend interessieren.

    Ich meine: der Arbeitsvertrag bedarf zu seiner Wirksamkeit grundsätzlich keiner Form. Mündliches oder konkludentes Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses sind grundsätzlich möglich. Ausnahmen gibt es nur in Teilbereichen, zB Ausbildungsvertrag (§ 11 BBiG), oder Leiharbeitsvertrag (§ 11 AÜG) und natürlich TV und BV...

    Ich hätte es ja gut gefunden, wenn du wenigstens gefragt hättest, was diese Detais zur Sache beitragen.

    Die Fragen sind entscheident wenn es heißt: ist Recht haben = Recht bekommen.

    Die ganzen schönen Ansprüche auf geregelte Arbeitszeit, Überstundenabgeltung und Urlaub kann man sich in die Haare schmieren, wenn sie nicht durchsetzbar sind.
    Klar kannst du sagen: dann geh doch zum Anwalt. Nur dann sage ich dir was passiert: Der Chef wird sagen: "Passt dir nicht? Dann tschüss!"

    Deshalb fragte ich, bevor es Tipps gibt, ob der Vertrag befristet, oder unbefristet ist. Und da nicht jeder weiß, wann sich ein Zeitvertrag in einen unbefristeten umwandelt gab es den kleinen Fragenkatalog. So einfach ist das - und bestimmt nicht überflüssig.

    Zu Mini- oder Midi-Job: Hier sind Überstundenkonten verboten, weil der AG sonst regelmäßig einen Sozialversicherungsbetrug begeht.
     
  13. #12 RedCougar, 20.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2013
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    @ Kletterbuxe
    Ich habe bereits geschrieben bzw. mich korrigiert, dass für einen Arbeitsvertrag selbst grundsätzlich nicht die Schriftform zwingend notwendig ist. Allerdings müssen die grundlegenden, auch mündlich verhandelten Bedingungen eines Arbeitsverhältnisses binnen eines Monats schriftlich niederlegt werden (sofern das AV länger als 4 Wochen dauert). Das ist ein MUSS und vorgeschrieben -> siehe Nachweisgesetz § 2 oder auch verständlich zusammengefasst bei Wikipedia

    Und die Befristung eines Arbeitsvertrages bedarf zu ihrer Wirksamkeit nach § 14 Abs. 4 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) der Schriftform. Ansonsten gilt der Arbeitsvertrag als unbefristet.

    Weiter gilt natürlich immer: wenn man gegen seinen Arbeitgeber in irgendeiner Form vorgehenen mag, sollte man sich auf ein sehr kurzes Arbeitsverhältnis einstellen. Aber ich denke, das sagt einem auch der gesunde Menschenverstand.

    Was Überstunden in Minijobs angeht: Ich habe selbst einen Minijob (mit Vertrag) und da habe ich regelmäßig mehr Stunden (Überstunden) als vereinbart. Hier bitte ich nun dich um einen Nachweis, dass Überstunden bei Minijobs verboten sein sollen.
     
  14. #13 Kletterbuxe, 20.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 20.12.2013
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    Ich habe eigentlich keine große Lust mich am Freitag abend zu streiten, deshalb ganz kurz:
    Ich: der Arbeitsvertrag bedarf zu seiner Wirksamkeit grundsätzlich keiner Form.
    Wikipedia: Erfüllt der Arbeitgeber seine Verpflichtung nicht, ist der Arbeitsvertrag gleichwohl gültig zustande gekommen.
    Das Nachweisgesetz sagt dazu auch nichts anderes. klar macht sich der AG schadensersatzpflichtig, sofern man denn überhaupt einen Schaden belegen kann. Faktisch heißt das: es kratzt keinen...gerade im Niedriglohnsektor...

    Jop, das ist so, wie es dasteht wirklich falsch.
    Ich geh immer davon aus, dass man an der gesetzlichen Grenze von 450 / 850 € liegt. Aber das ist natürlich falsch, das immer so vorauszusetzen.

    Also richtig müsste es heißen: liegt das monatliche Entgelt an der gesetzlichen Grenze des Mini- od. Midijobs (450 / 850 €) ist ein Überstundenkonten verboten, weil der AG sonst regelmäßig einen Sozialversicherungsbetrug begeht.


    edit: 850 natürlich, nicht 800
     
  15. Vavuum

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    Und - welche Perspektive - Zukunft ?

    Es sei recht egal ob da nun Überstunden bezahlt werden, man sich kaputtmacht oder der Chef irgendetwas anordnet- es komm so oder so keine erstrebenswerte Summe auf dem Lohnzettel zustande, von der inneren Unzufriedenheit mal abgesehen.

    Erneut auf die Schulbank, eine handwerkliche Ausbildung/Studium oder anderen Berufszweig anstreben ?

    Wenn das Alter noch mitspielt sei sofort aus einem solchen Arbeitsverhältnis aussteigen und sich um eine Zukunft zu kümmern. Es ist wohl eher nicht absehbar, daß aus dieser Position jemals Kapital geschaffen werden könnte.
     
  16. #15 samsung, 22.12.2013
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    Du sagst es.. Ich habe diesen Schritt vor 4 Jahren gewagt, mit damals 41 Jahren ! eine Umschulung Richtung IT-PC-Netzwerk etc.. gemacht, mit vielen Kursen bei der HWK, habe insgesamt ca. 6500 Euro selber bezahlt. Bafög etc.. habe ich nicht bekommen, weil ich ja 1999/2000 schon Bafög bezogen habe, als ich damals Maler und Lackierermeister gemacht hab, und habe insgesamt 23 Jahre als Maler gearbeitet, davon 11 Jahre als Meister . Nur machen die "Knochen" nicht mehr so mit, auch war der Chef nicht gerade nett zu mir und seinen Angestellten. Die Überstunden waren nicht das Problem, aber das Betriebsklima war unter aller Sau. Und bevor ich mit 50 Jahren nicht mehr richtig arbeiten kann, habe ich mich entschieden, die Umschulung zu machen. Habe es bis heute nicht bereut. Mir geht es sehr gut, verdiene mittlerweile mehr als vorher als Malermeister (Angestellt) . Arbeite seit gut 3 Jahren bei einem großen Automobil Hersteller (Weltweit unter den Top 10) in der IT, über Werkvertrag, unsere Firma betreut die komplette IT Weltweit.
     
  17. #16 MucCowboy, 22.12.2013
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    Das ist aber nicht das Thema hier - auch wenn es noch so offensichtlich ist.
    Wir wissen ja auch nicht ob die junge Dame vielleicht durchaus eine gute Ausbildung in der Tasche hat, aber aus anderen Gründen derzeit als Blumenverkäuferin jobbt.
    WENN CreasoR sich zu diesen privaten Dingen äußern wollte, würde er es tun.
     
  18. #17 CreasoR, 22.12.2013
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    Sorry, ich musste erstmal den Vertrag einsehen und dieser vorher "wieder gefunden werden"... .

    Also in dem schriftlichen Vertrag steht drin, dass 160 Stunden monatlich zu 216 € geleistet werden müssen, also vollzeitarbeit. Das ist weit unter den 400 € (450 € neuerdings) und jetzt sollte zwei Wochen im Dezember je 60 Stunden pro Woche gearbeitet werden (unfreiwillig, wurde angeordnet), was dann nach RedCougars Aussage wohl eher der Mehrarbeit entspräche. Andernfalls müssten diese Stunden doch vergütet werden, laut Kletterbuxe, was eben nicht der Fall ist. Leider wurden die Überstunden auf meinen Rat erst seit Anfang Dezember dokumentiert.
    Frage: Hat man auf diese jetzt noch Anspruch auf Auszahlung?

    Es ist so, dass sie zu der Arbeit im Blumenladen durch eine Agentur kam, die langzeitpraktikas mit Aussicht auf Übernahme als Azubi anbot. Jetzt sind seit Arbeitsbeginn schon > 12 Monate vergangen und man wird immer noch als Aushilfe beschäftigt. Wir sind jetzt zur Chefin hin und haben gefragt wie es weitergehen soll und ob überhaubt Interesse an dem Ausbildungsverhältnis bestünde. Darauf kam vom Arbeitgeber ein klares nein, worauf jetzt wohl die Auflösung des Arbeitsverhältnisses ansteht.
    Frage: In dem Arbeitsvertrag steht drin, dass das Arbeitsverhältnis jeder Zeit beendet werden kann (leider so ungenau). Gibt einen das das Recht zur Fristlosen Kündigung oder wenn nein; könnte man seinen Urlaub (Resturlaub von 2013 durch "Urlaubssperren in den Hauptsaisons und nicht genehmigen von Urlaubsanträgen immerhin noch stattliche 24 Tage) in Anspruch nehmen? Auf jedenfall will meine Freundin keinen Tag länger dort arbeiten...

    Frage: Meine Freundin hat letzte Woche von Montag - einschl. Donnerstag je 10 Stunden (also insgesamt 40 Stunden) geleistet und somit ihre Wochenarbeit erfüllt. Da sie Freitag und Samstag auch noch hätte je 10 Stunden arbeiten müssen bleib sie aber zuhause. Ist das zurecht gewesen, da 40 Stunden erfüllt oder fernbleiben vom Arbeitsplatz?

    Danke für eure Antworten =) :cool:
     
  19. #18 dridders, 22.12.2013
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    wow, das jemand für das Geld täglich arbeiten geht... nette Ausbeuterei. Da werden sie zu dem Kurs wohl auch nicht so schnell Ersatz bekommen, da zahlt das Sozialamt immerhin mehr.
    Kann sie denn die Anordnung der Überstunden nachweisen? Ich denke eher nicht, das dürfte rein mündlich erfolgt sein, und wenn Zeugen, dann wohl die anderen Mitarbeiter die lieber nicht aussagen werden um ihre Job nicht zu riskieren. Von daher seh ich da eher schlechte Chancen. Eine Rechtsschutzversicherung wirds wohl nicht geben, wenn also wohl Anwalt auf Beratungsschein um sowas überhaupt im Ansatz durchzusetzen.
    Wenn drin steht dass das Arbeitsverhältnis jederzeit beendet werden kann, dann gelten für den Arbeitgeber immer noch die gesetzlichen Fristen. Müsste hier 1 Monat zum Monatsende sein, also aktuell zu Ende Januar. Für euch hingegen dürfte es heissen das ihr jeden beliebigen Termin wählen könnt. Urlaubsanspruch muss entweder gewährt oder ausgezahlt werden, was aufs gleiche raus läuft. Das wird sie aber dieses Jahr anmelden müssen, denn ein Übertrag muss nicht gewährt werden.
    Wurde ihr nachweisbar angeordnet das sie die 10h zu arbeiten hat? Wenn nicht ist ihr das auch als frewillige Mehrarbeit auszulegen, und damit kann sie nicht einfach ohne Absprache einfach mal zu Hause bleiben. Selbst bei angeordneten Überstunden geht das nicht einfach so, da vom Gesetz her durchaus auch 10h am Tag zulässig sind, bei 6 Tagen die Woche, sofern auf ein halbes Jahr gesehen das ganze wieder ausgeglichen wird.

    Mein Tip: Kündigung einreichen, Auszahlung vom Urlaub fordern. Kommt Geld ist gut, kommt keins auch gut... es lohnt sich bei den Beträgen nicht hinterher zu rennen, da wird auch kein Anwalt Lust haben sich rein zu hängen, viel zu geringer Streitwert. Da doch lieber sachlich in der Familie und Bekanntschaft erzählen wie der Laden seine Mitarbeiter behandelt und das man vielleicht lieber einen anderen wählen sollte zum Einkaufen. Das Arbeitszeugnis dann anschließend unbedingt von jemandem prüfen lassen der sich damit auskennt und euch erzählen kann was wirklich drin steht, und so oft neu schreiben lassen bis die ganzen versteckten Gemeinheiten die sicher drin stecken werden raus sind.
     
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  21. #19 MucCowboy, 22.12.2013
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    Ok, dann meldet Euch umgehend beim Arbeitsamt. Nehmt den "Vertrag" mit. Er bzw. dessen Umsetzung ist meiner Ansicht nach grundlegend sittenwidrig.

    Nein. Das ist faktische Arbeitsverweigerung. Für ein Fernbleiben vom Arbeitsplatz gibt es nur drei Möglichkeiten
    1. regulärer und genehmigter Urlaub
    2. genehmigter Zeitausgleich
    3. Krankheit
    Der Blumenladen hat damit die Möglichkeit, eine Abmahnung auszusprechen. Eine zweite solche kann zur Kündigung führen, mit der Folge, dass sie bei Arbeitslosigkeit erstmal keine staatliche Unterstützung erhält. Bravo.

    Lese ich das richtig? Das sind 1,35 € pro Stunde? Und damit nur ein Bruchteil des gesetzlichen Existenzminimums? Bekommt sie entsprechende Aufstockung vom Amt? Deshalb: nehmt den Wisch mit und legt ihn vor. Wenn er tatsächlich sittenwidrig ist, wird das Amt wissen wie es mit der Agentur in Verbindung zu treten hat. Und wichtig: geht selbst beim Arbeitsamt in die Offensive, so könnt Ihr eventuell die Streichung von Arbeitslosengeld vermeiden. Sofort! Morgen!

    Nein. Es wurde ein fester Monatslohn vertraglich vereinbart, kein Stundenlohn. Mehr gibt's nicht. Überstunden sind durch Zeitausgleich abzugelten.

    Grundsätzlich ist um die Weihnachtszeit im Blumenhandel Hauptsaison. Angeordnete Mehrarbeit ist dabei keine Seltenheit. Die Frage ist halt nur, wie das ausgeglichen wird, damit der Schnitt von 160 Stunden wieder erreicht wird.

    Die Tatsache, dass ein "Praktikum" zur Dauereinrichtung wird, weil es für den Laden so schön billig ist, ist nicht hinnehmbar. Ihr selber könnt da wieder mal garnichts tun, sondern das Arbeitsamt. Wenn Ihr selber aufmuckt, ist das Praktikum von jetzt auf sofort beendet. Da ausdrücklich keine Kündigungsfrist vereinbart ist, gibt es keine. Nur der Resturlaubsanspruch bleibt bestehen, der muss bei einer fristlosen Kündigung finanziell abgegolten werden. Geht sicher nicht automatisch, also besser selber kündigen und darin den Urlaubsanspruch aufrechnen und dessen Auszahlung verlangen.
     
  22. #20 Kletterbuxe, 22.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 22.12.2013
    Kletterbuxe

    Kletterbuxe Benutzer

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    Hatte gerade schon ne ganze Menge geschrieben, aber andere waren schneller, deswegen nur kurz:

    Ohne Beratung durch Arbeitsamt und/oder Anwalt geht hier gar nichts.
    Die Sache ist so komplex, das kann man nicht mal eben auf die Schnell hier im Forum abhandeln.
    Wie der Cowboy schon sagte: der Lohn ist vermutlich sittenwidrig. Das kommt auf die Region an, und was in der Branche üblicherweis gezahlt wird.
    Ist der Lohn wirklich sittenwidrig, dann kann deine Freundin eine Nachzahlung bekommen, sofern sie nicht schon aufstockt (dann beommt das Jobcenter die Kohle vom Blumenladen), aber die hätten sich wohl schon drum gekümmert...
    Dazu kommt das ködern mit dem Ausbildungsplatz, den es nach deiner Schilderung wohl nie gab.

    Also ran an den Speck, am besten gleich noch morgen, und auch gleich schon die Kündigung fertig machen. (praktischerweise in 2fach Ausfertigung. eine zum abgeben, eine 2. mit dem Vermerk: "Kündigung erhalten" unterschreiben lassen und wider mitnehmen)
    RedCougar hat ja oben schon was zum Beratungskostenschein geschrieben...also gleich morgen früh beim Amtsgericht anrufen und nachfragen, ob es so eine Regelung bei euch im Amtsgerichtsbezirk gibt.

    Mit dem Urlaub sieht es nicht ganz so schlecht aus (meine ich), wenn sie darlegen kann, dass ihr der Urlaub im laufenden Jahr verwehrt wurde.

    Zuhausebleiben hätte deine Freundin aber nicht dürfen. Ist jetzt zwar nicht ganz so tragisch, wenn sie eh nicht mehr arbiten möchte, aber sich über Nacht eine schlimmer Erkältung zu holen, oder unter einer bösen Migräneattacke zu leiden wäre wohl die elegantere Wahl gewesen, wobei ich hier keinesfalls dazu auffordern möchte die Unwahrheit zu sagen!


    P.S. gerade fällt mir noch was wegen der Überstunden ein:
    Vielleicht kann deine Freundin ja irgendwie an die Dienstpläne rankommen, falls es sowas gibt - das wäre für Überstunden zumindest ein Anhaltspunkt, falls sie sich daraus ergeben...zB wenn sie Mo-Sa mit je 8h eingetragen wurde.
     
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