Ranger '12 (Bj. 12-**) Und es wird doch abkassiert - Zollamt unerbittlich

Diskutiere Und es wird doch abkassiert - Zollamt unerbittlich im Ford Ranger Forum Forum im Bereich Ford Offroad / SUV Forum; Hallo Leidensgenossen/Innen ! So, nun habe ich es hauptzollamtlich: Unser Ranger - ExtraCab - ist steuerrechtlich ein PKW. Ich hatte gegen den...

  1. #1 Vincent Vega, 09.07.2014
    Zuletzt bearbeitet: 09.07.2014
    Vincent Vega

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    Hallo Leidensgenossen/Innen !
    So, nun habe ich es hauptzollamtlich:
    Unser Ranger - ExtraCab - ist steuerrechtlich ein PKW. Ich hatte gegen den ursprünglichen Steuerbescheid, Einstufung als PKW, trotz Homologation als LKW lt. Zulassungsbescheinigung - Widerspruch eingelegt; und das sogar mit Begründung (LKW - Beschränkungen, Sonntagsfahrverbot mit Anhänger, etc.).

    Der Widerspruchsbescheid besagt im feinsten Rechtsverdrehersprech, dass es sich bei diesem Fahrzeug um eines der Klasse N1(Güterbeförderung) handelt.
    Nach einigen Sätzen Juiristenkauderwelsch - es weigert sich meine Tastatur das abzutippen - kommt der Gesetzgeber jedoch zu dem Schluss, dass es ..blablabla... steuerrechtlich als PKW behandelt wird, weil 4 oder mehr Sitzplätze vorhanden sind, die tatsächliche Verwendung des Fahrzeuges ist dabei unerheblich !!
    Zur abschließenden Klärung möge ich das Fahrzeug vorführen - dies ist heute geschehen.

    Der - nicht unfreundliche - Sachbearbeiter des Hauptzollamtes erläuterete mir noch mal die rechtliche Sachlage - s.o., und meinte, ich sei innerhalb von gut 10 Tagen der 4. "Steuerbürger" mit einem Ford Ranger, die anderen drei konnten nicht als LKW eingestuft werden; aber man werde ja sehen, es gebe ja mehrere Versionen diesens Wagens - aha, ein Experte !

    Grundvoraussetzung für die Besteuerung als LKW sei das Verhältnis von Ladefläche zu Fahrgastraum, die Ladefläche müsse, in m² der angenommenen Grundfläche, größer sein als die der Kabine.

    Die folgende "amtliche" Messung + Rechnung ergab ein Verhältnis von 51,8 % zu Gunsten der Ladefläche, Grundvoraussetzung also erfüllt !

    Eine steuerrechtliche Einstufung als LKW sei aber erst dann möglich, wenn die beiden hinteren Sitzplätze dauerhaft unbenutzbar gemacht würden.
    D.h., Entfernen der Sitzpölsterchen und der hinteren Sicherheitsgurte. Die Aufnahmen der Sicherheitsgurte müssten zugeschweisst werden, ebenso wie die Aufnahmen der Sitzpolster.

    Einwand von mir : "Hm, nehmen sie doch mal hinten Platz, ...na ja, unsere Katze fühlt sich da ganz wohl..."
    Darauf er : "Hä hä, glaube ich ihnen wohl, sind aber trotzdem insgesamt 4 Sitzplätze, steht ja auch extra in der Zulassungsbescheinigung !"

    Darauf ich :
    "Sehen sie nun die die Diskrepanz dieser Regelung ?
    Der Eintrag LKW im Fahrzeugschein ist völlig uninteressant <-> der Eintrag 4 Sitzplätze jedoch von höchster Wichtigkeit ! Wie erklären sie sich das ?"

    Darauf er (milde lächelnd) : "Ich kann doch auch nix für diese verquere Gesetzgebung."

    Ich musste mich dann doch sehr zusammenreißen :rasend:.
    Die Karre ist fast neu und ich soll da dran rumschweissen ?? Was ist dann mit der Garantie ??

    Jeder nicht brennende Furz ist in unserem Land geregelt und dann so eine bescheuerte Argumentation ? Das ist nicht nur ein Tritt in den A... aller ehrlichen Steuerzahler :rasend2::keule: das ist allerfeinste Verarschung durch die von uns selbst gewählten Volksvertreter .


    Ich werde das ganze Theater dem ADAC und der Firma FORD schildern. Die sollten doch vielleicht mal ihre hochbezahlten Lobbyisten zum Einsatz bringen, oder was meint ihr ?

    Grausige Grüße
    Stefan
     
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  3. Stopsi

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    Hast du das Auto überwiegend zur Güterbeförderung? Ehrlich!
    Denke 99, x% der Fahrer solcher Fahrzeuge wollen Steuern sparen und nicht wie
    jeder andere Bürger seine Steuern zahlen.
    Ist aber ein schönes Auto!
    Hats beim Bus auch mal gegeben. War dann ein Kombinationsfahrzeug.

    Gruß Stopsi
     
  4. #3 Teufelweich, 09.07.2014
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    Servus,
    das Ganze kapiert wohl wirklich niemand. Als VW seine Touareg der 1. Gen. mit V10 TDI auf den Markt geschmissen hat, bekamen diese eine LKW Zulassung.
    Wäre ja unzumutbar gewesen, das Leute die sich ein solches Auto leisten können hubraumbezogene PKW Steuer zahlen müssten.
    Und auf einem richtigen LKW dürfen sogar 8 Personen auf der Ladefläche mitfahren, wenn eine Sitzbank und Gurte vorhanden sind. Siehe Bundeswehr Unimog 2-to oder 5-to.
    Beim 5-to dürfen sogar 16 Leute auf die Ladefläche. Bei mehr als 8 Leuten ohne Beifahrer im Führerhaus gerechnet, muss halt ein Schein zur Personenbeförderung da sein.
    Voll beknackt.
    Ein ehem. Arbeitskollege musste jährlich seinen Navarro mit der kurzen Kabine und langer Ladefläche vorfahren ob seine LKW Zulassung schon rechtens ist!
    Und da war die hintere Sitzbank nur noch groß genug um Kindersitze drauf zu spaxen. Nutzung durch normal große Personen nicht möglich.
    Das kapiert echt keiner.
     
  5. #4 Fordbergkamen, 09.07.2014
    Zuletzt bearbeitet: 09.07.2014
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    Moin,
    was mir so auf die Schnelle einfällt:
    Wie schwer ist er? Wenn sich nicht gravierend etwas geändert hat, sind PKW´s immer nur bis 2,8to gewesen!? Notfalls also 10Kilogramm über der Grenze auflasten.

    Was ist denn mit den großen 12 Tonnen Umzugs LKW´s die eine große Doppelkabine haben um die ganze 8 Köpfige Möbelpacker Mannschaft mitzunehmen, auch PKW Zulassung?
    Nach meiner bescheidenen Meinung genug Beispiele um das Ganze mal vor Gericht durchzufechten.


    Habe noch etwas interessantes gefunden, sehr lesenswert.
    http://autokaufrecht.info/2010/02/steuerrechtliche-abgrenzung-zwischen-lkw-und-pkw/
     
  6. #5 MucCowboy, 09.07.2014
    MucCowboy

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    Die Bedingungen für eine steuerrechtliche Ankerkennung eines Pkw's als Lkw wurden vor zig Jahren vom Gesetzgeber klar festgelegt.
    Auszug: http://www.dekra.de/de/1478
    Dass es inzwischen bestimmte Modelle gibt, die diese Grenzwerte ganz oder teilweise genau treffen und deshalb nur schwer zu klassifizieren sind, ist eigentlich nicht das Problem des Gesetzgebers, sondern die Prüfer müssen sich damit rumschlagen. Noch komplizierter haben es diverse Gerichtsurteile gemacht, die von den Prüfern bei ihrer Entscheidfung ebenfalls beachtet werden müssen.
    Beispiel: http://www.n-tv.de/ratgeber/Ist-ein-Pickup-ein-Lkw-article7819061.html

    Es müssen halt ALLE geforderten Kriterien erfüllt sein. Wer in einem Pkw-typischen Fahrzeug (@Dirk: ein Umzugs-Lkw fällt nicht darunter, Pickups dank des SUV-Wahns aber inzwischen schon) eine zweite Sitzreihe drin hat, noch dazu mit Gurten versehen, reißt eine der Voraussetzungen klar.

    @Threadstarter: Ob und wie Du das selber änderst oder eine Werkstatt machen lässt, ist Dir selbst überlassen in Deinem Bemühen, am Ende weniger Steuern zahlen zu müssen.
     
  7. #6 Fireblade.61, 10.07.2014
    Fireblade.61

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    @Vega was der Prüfer dir gesagt hat , waren exakt die Worte die der Finanzbeamte zu mir sagte als ich nachgefragt habe was das soll. Hinzu fügte er : Sie können ja vor den Bundesgerichtshof ziehen und dort Einspruch einlegen. Vielleicht kommt dann ja mal eine klare ansage zustande..
     
  8. #7 Vincent Vega, 13.07.2014
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    Hallo Stopsi,
    Ehrlich : Nein, hauptsächlich ziehen wir damit unseren WW.
    Der Ranger ist mittlerweile unser 3. PU; bei den vorherigen Beiden (jeweils mit "ExtraCab", d.h. mit den hinteren "Notsitzen") gab es dieses Problem nicht.
    Natürlich ärgert es mich, dass nun die höhere PKW Steuer fällig ist; wer spart nicht gerne - natürlich legal - ein paar Euro. - Nebenbei: Habe kürzlich gelesen, dass die Steuer- und Abgabenlast europaweit in Deutschland mit am Höchsten ist.
    Die höhere Steuerlast ist Eines, aber o.k., dann ist es halt so.
    Was mich jedoch wirklich sehr wütend macht, ist die offensichtliche Willkür des Gesetzgebers. Ich habe mal versucht (bin kein Jurist), die Begründung des Widerspruchsbescheides zu verstehen und mich durch die dort angeführten Paragraphen zu wühlen. Ich komme hier jedesmal zu dem Schluss, dass die gesetzlichen Bestimmungen einzig und allein darauf abziehlen, mehr Steuren zu vereinnahmen - Punkt.
    Hinzu kommt noch, wie auch schon in anderen Threads angeführt, dass - gerade im Gespannbetrieb - trotz Entrichtung der PKW-Steuer, die LKW - Einschränkungen greifen.
    Gut, auch mit denen kann man letztendlich leben, es geht mir hier aber auch ein Stück weit ums Prinzip. Die Autofahrer werden hier, einmal mehr, schlicht abgemolken.

    O.k., was tun ?
    Sobald ich ein wenig Zeit habe, werde ich mich mit dieser Problematik u.a. an den ADAC wenden und versuchen, ein entsprechendes Musterschreiben zu entwickeln.
    Evtl. ist es ja möglich, so etwas hier einzustellen.

    Gruß
    Stefan
     
  9. #8 Vincent Vega, 13.07.2014
    Zuletzt bearbeitet: 13.07.2014
    Vincent Vega

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    @Fordbergkamen
    ...das Ganze mal vor Gericht durchfechten..habe ich auch schon dran gedacht.
    Ich fürchte jedoch, dass dies für einen Einzelkläger mit unabwägbaren finanziellen Folgen verbunden ist, sofern du abgeschmettert wirst. Hier wären m.E.die Autohersteller und die Lobbyverbände gefragt.
    ...haben übrigens den letzten Kurzurlaub im schönen, gemütlichen Belgien verbracht.Unser kleines Nachbarland ist offenbar nicht nur ein Pommes- , sondern auch ein PickUp Paradies.Eine solche Menge an Dodge Ram, natürlich auch Ford Ranger :top:, etc. habe ich in Europa noch nicht gesehen.
    Gruß
    Stefan...
    ach so,bin gerade mal deinem Link gefolgt: ist wirklich interessant.
    Der Mitarbeiter des Zollamtes stellte zusätzlich fest, dass die Gewichtskriterien, d.h., zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 2.800 kg und eine Nutzlast von mehr als 800 kg, für die steuerliche Einstufung als LKW gegeben sind. Die eingetragenen 4 Sitze waren das entscheidende Ausschlusskriterium.
     
  10. Talby

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    Bei mir hats dem Dienststellenleiter zum Glück gereicht das ich ihm am telefon glaubhaft klarmachen konnte das beim Ranger der abstand vom Bremspedal zur Kabinenrückwand kleiner sei als die Länge der Ladefläche, nach m² hat er garnicht gefragt... wie du schon sagst alles Willkür oder wenn man es freundlich ausdrücken will Ermessenssache...

    @Stopsi,
    Darum geht es gar nicht, sicher will jeder Steuern sparen, aber in meinem fall zum Beispiel hätte es zusammen mit der Versicherung keinen unterschied gemacht, da die LKW Versicherung teurer ist als die PKW variante... Und dann ist es schon irgendwo unfair, wenn man zum einen die teure LKW versicherung beztahlen muss und zum anderen die ebenfalls teurere PKW-Steuer. Dazu kommen dann noch die einschränkungen für LKWs wie etwa das Sonntagsfahrverbot mit Anhänger (was je nach region auch für WW und Bootstrailer gilt) und zudem ist es ja, wie an anderer Stelle hier schon beschrieben, auch nicht möglich einen 100Km/h zulassung für einen anhänger zu bekommen.. weil es ja nen LKW ist... und wenn man von allen Seiten nur die negativen Dinge abbekommt, dann darf man sich ruhig mal darüber aufregen...
     
  11. #10 Fordbergkamen, 13.07.2014
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    Das Gewicht über 2,8to mit 0,8to Nutzlast ist eindeutig ein LKW, deswegen hatte ich oben den großen Umzugs-LKW angeführt. Das wäre ein Faktor, bei dem man nachgreifen kann.
    Mit welcher Begründung schafft man denn die Unterscheidung zwischen kleinem und großen LKW?
    Ein guter Rechtsanwalt sollte an dieser Stelle doch den Knäuel entknoten können.
    Es gibt nunmal LKW´s, die einfach mehr als nur 2 Sitze haben.
    Ich persönlich denke letzte Zeit viel über Wohnmobile nach, möchte mir wahrscheinlich mal einen alten LKW nach meinen Wünschen zum Womo umbauen. Und weil es halt praktisch ist habe ich einen LKW mit Ladekran am Heck in die Überlegung einbezogen, auf die sparsamen TÜV Augen freue ich mich schon jeden Abend beim einschlafen...
     
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  13. #11 p.rauch, 13.07.2014
    p.rauch

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    Ich möchte Dir die Freude ja nicht verderben, aber überlege Dir das mit dem Ladekran gut. Der benötigt immer wiederkehrende, teuere, UVV Prüfungen, wenn die fehlt freut sich der TÜV Prüfer über Deine sparsamen Augen.
     
  14. #12 capreolustix, 14.09.2014
    capreolustix

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    Bei mir antwortete der Zoll:
    "Ja, früher konnten Sie beim Doppelkabiner die hinteren Sitze incl. Gurte ausbauen, Löcher zuschweißen, ein Trenngitter einbauen und beim Finanzamt die Umschlüsselung beantragen.
    Das machen wir nicht mehr."

    Nun, der Staat braucht Geld und einem Amt mit Logik zu begegnen ist ein sinnloses Unterfangen.
     
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