Vorgehen nach Unfall?

Dieses Thema im Forum "Recht, Gesetz & Versicherung" wurde erstellt von zoe1981, 10.03.2012.

  1. #1 zoe1981, 10.03.2012
    zoe1981

    zoe1981 Benutzer

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    Hallo,
    wie gewonnen, so zerronnen...

    seit donnerstag besitze ich einen fiesta, bj98.
    heute fuhr mir auf der landstraße jemand drauf.
    vor mir ein corsa, der bremst und hält auf dem seitenstreifen. ich bremse und das auto hinter mir schafft es nicht mehr.
    polizei war da, hat den unfall aufgenommen und dem gegner ein verwarngeld aufgedrückt. unfallbericht habe ich auch.
    aber die polizei spricht von einer mitschuld in höhe von 10%, weil ich anwesend war?
    auto ist abgeschleppt und die nächsten 7 tage habe ich einen mietwagen, kostenlos. danach habe ich gar nichts, bis die versicherung zahlt. es ist vermutlich ein wirtschaftlicher totalschaden, laut aussage des adac. schaden rund 3000€, bezahlt habe ich 900 für das Auto.

    Was mache ich jetzt?
    Gegner meldet der Versicherung, dann krieg ich die Schadensnummer.
    Sollte ich einen eigenen Gutachter und einen Anwalt hinzuziehen? Geht das ganze dann schneller, bis ich das Geld habe?
     
  2. AdMan

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  3. Pommi

    Pommi Guest

    Wenn der Schaden repariert wird, bezahlt die Versicherung bis zu 130% des Zeitwertes. Also wenn dein Auto noch knapp 2310 Euro wert war und der Schaden wirklich 3000 Euro beträgt, wird die Reparatur bezahlt.

    Und darunter fallen nur die reinen Reparaturkosten, keine Gutachter-, Anwalts- und/oder Mietwagenkosten.

    Wieviel du für den Wagen bezahlt hast, spielt dabei keine Rolle. Du könntest das Auto auch geschenkt bekommen haben.

    Und wieso kommt der Polizist auf 10% Mitschuld? Da hätte ich den Polizist gefragt, ob du in den Corsa reinfahren solltest oder in den Gegenverkehr ausweichen. Oder hast du eine Vollbremsung bis zum Stillstand gemacht? Das würde nämlich darauf hindeuten, dass du auch schon zu dicht warst.
     
  4. #3 zoe1981, 10.03.2012
    zoe1981

    zoe1981 Benutzer

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    eine vollbremsung habe ich nicht hingelegt, nur ganz gemütlich und normal gebremst. der polizist meinte, dass ich allein durch die teilnahme am straßenverkehr eine teilschuld bekomme.
    aber das werde ich mit der versicherung klären. zu dicht war ich sicher nicht, ich wurde auch nicht mit einem ordnungsgeld verwarnt, sondern nur der unfallgegner.
    mit der versicherung habe ich telefoniert, zwei gutachter sind beauftragt. einer von mir, einer von der gegnerischen versicherung.
    anwalt lasse ich erstmal raus, der kommt dazu, wenn es mir entweder zu lange dauert oder aber die gutachten zu unterschiedlich sind...


    wie lange dauert es denn ungefähr, bis ich das geld habe? und wie lange kriege ich einen mietwagen, weil ich ja auch noch ein neues auto suchen muss. kaufen kann ich es ja erst, wenn ich das geld auf dem konto habe.
     
  5. #4 Meikel_K, 10.03.2012
    Meikel_K

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    Bei der Mithaftung kommt es darauf an, ob ein Idealfahrer den Unfall hätte vermeiden können. Das wäre hier wahrscheinlich nur mit hellseherischen Fähigkeiten möglich gewesen - dann wärst Du an dem Tag im Bett geblieben. Für die Betriebsgefahr ist die eigene Geschwindigkeit ein wichtiges Kriterium, aber Dein Auto stand ja schon. Alles in allem sehe ich kein allzu großes Risiko für eine Mithaftung - es wird aber immer gerne gemacht, weil man dann beide Beteiligten hochstufen kann. Wenn die Versicherung es versucht, reicht meist der Hinweis auf einen Anwalt (den sie dann zu 90% zahlen muss).
    Dabei solltest Du natürlich nicht einmal ansatzweise andeuten, dass Du mit einer Mithaftung rechnest. Der eigenen Haftpflichtversicherung muss man den Unfall aber in jedem Fall melden, weil möglicherweise Ansprüche an sie gestellt werden. Da wären selbst 10% viel Geld (Schaden am Auto, Leihwagen, vielleicht auch noch 2 Gutacher...). Selbst bei einer eindeutigen Schuldfrage empfiehlt sich das immer.
    Unnötige Kosten für einen wirtschaftlichen Totalschaden von vielleicht 2.000 Euro - zumal beide Gutachter hier wohl das selbe errechnen (Schwacke-Wert für das Auto vor dem Unfall) und Du für den selbst beauftragten Gutachter bei einer evtl. Mithaftung nicht alles ersetzt bekommst.
    Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden - und danach sieht es ja aus - sind es meines Wissens 14 Tage Nutzungsausfall oder Leihwagen (abzgl. ersparter Eigenaufwendungen - nicht das erstbeste Angebot annehmen). Ich würde die Versicherung nach einem Vorschuss fragen, sobald das Gutachten vorliegt. Ansonsten müsste sie schließlich noch Zinskosten erstatten (Dispo), die ihr so erspart blieben. Die Mithaftungsquote wäre ja minimal, sofern sie überhaupt in Betracht kommt.
     
  6. #5 zoe1981, 10.03.2012
    zoe1981

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    naja, beim Gutachten bin ich mir nicht unbedingt sicher.
    Es ist ein Fiesta, zwar 98er Baujahr, aber scheckheftgepflegt, gerade mal 135T km runter und es gibt einen Stapel mit Werkstattrechnungen über diverse Verschleißteile aus dem letzten Jahr. Es waren rund 1500€ die im letzten Jahr ins Auto investiert worden. Dazu sehr wenig Rost und TÜV bis Januar 2013. Schwacke gibt bei dem Alter nichts raus und das Auto steht, meiner Meinung nach, deutlich besser da als vergleichbare Autos.
    Aber mal abwarten, was die Gutachten errechnen und wie weit sie voneinander abweichen.
    Selbst wenn ich 10% zahlen muss, was ich aber nicht einsehe, ist es mir das wert.
     
  7. #6 Dominik Heinze, 10.03.2012
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    Schwachsinn.........wat für Deppen waren denn das??

    Du bekommst den kompletten Schaden bezahlt. Ein stehendes Auto, verursacht keinen Unfall.
    Überleg mal, du fährst einen Gefahrgutlaster und dir semmelt einer in den LKW.......Schaden 1,5 Millionen € und du sollst dann davon 150 000 € Tragen, nur weil du am Verkehr teilgenommen hast..........na dann Mahlzeit :rasend::rasend:
     
  8. #7 RedCougar, 10.03.2012
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    Als erstes: die Polizei darf nicht Urteilen oder Schadensquoten etc. festlegen. Die Polizei hat den Unfall parteilos aufzunehmen und dieses Protokoll an die Versicherungen und ggf. an Rechtsanwälte und Gerichte weiterzuleiten. Was der Polizist also gesagt hat, mag seine eigene, persönliche Meinung gewesen sein, aber rechtsgültig oder verbindlich für die Sachlage ist sie deswegen noch lange nicht.

    Zweitens: Informiere deine eigene Versicherung. Auch wenn sie nicht wegen des Schadens eintreten muss, ist es immer von Vorteil, wenn auch die eigene Versicherung informiert wird. Ggf. kann sie zur Klärung beitragen.
     
  9. #8 Mondmaus, 14.03.2012
    Mondmaus

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    In jedem Fall sofort zum Anwalt, ich hab es bei meinem ersten Unfall nicht gemacht und hab glatte 9 Monate auf mein Geld gewartet, das ist mir mit Anwalt nie wieder passiert.
    hattest Du nicht zufällig auch noch HWS Schleudertrauma? Bei einem Auffahrunfall meistens vorhanden und damit steht Dir auch noch Schmerzensgeld zu ;-)
     
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  11. #9 Kletterbuxe, 14.03.2012
    Kletterbuxe

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    Es gibt Versicherungen, die zahlen ohne dass man sich mit ihnen rumstreiten muss, andere nicht.
    Dann kommt es auch noch darauf an, ob der Hergang und damit die Schuld streitig ist, oder nicht.
    "In jedem Fall sofort zum Anwalt" finde ich als angehender Jurist zwar gut, aber vom reinen Menschenverstand her absolut übertrieben.
     
  12. MircoJ

    MircoJ .

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    Als Anwalt kann ich dir sagen, dass ich nur wenige Kollegen kenne, die Verkehrzivilsachen gerne machen. Von Großschadenereignissen einmal abgesehen. Die Streiwerte sind idR gering und der Aufwand ist hoch.
     
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